5 Etüden zu „Achtsamkeit – verwurschteln – rosa-grün“

3 Wörter in maximal! 10! Sätzen!!!

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So wünscht es sich Christiane von „Irgendwas ist immer“.

Hier meine 5 Etüden:

1 Vom unachtsamen Koch

„Wie kann man nur so unachtsam sein? Rosa und Grün mischen? Da kommt doch am Ende immer nur Braun heraus – pfui bäh, wie eklig, Rosa und Grün so miteinander zu verwurschteln!“

Tilla war außer sich. „Mit Farben umzugehen erfordert echt viel Achtsamkeit. Rosa-Grün, das geht einfach nicht, Norbert. Gib in Zukunft besser acht beim Mischen der Speisefarben für das Dessert. Sonst haben wir schon bald gar keine Gäste mehr in unserem Lokal. Und Du bist dann auch deinen Job los!“

2 Farbtheorie – männlich

Rosa – die heimliche Lieblingsfarbe aller Jungen – oder doch eher Rot? Oder stehen sie doch auf Farben wie Braun und Schwarz, schenken Blau und Grün ihre ganze Aufmerksamkeit! Versuchen sie Lila und Gelb zu ignorieren?

Bloß nicht so bunt gemischt! Vielleicht mal Rot mir Weiß kombinieren wie die Bayern-Kicker, auch wenn das vermischt ROSA wird?! Klar, Rosa ist toll, wunderschön. Aber niemals, niemals Rosa mit Grün verschwurbeln. Rosa-Grün bedeutet „durchwurschteln“ – und es beleidigt die Augen. Mann wird ganz von Sinnen.

3 Socken stricken

Zögerlich frage ich den kleinen Luca: „Socken soll ich Dir stricken? In Rosa-grün? Bist Du ganz sicher?

Luca holt tief Luft: „Verwende die Farben doch ganz vorsichtig. Verstricke sie mit ganz viel liebevoller Achtsamkeit miteinander. Bloß nicht das Grün mit dem Rosa verwurschteln! Rosa-grün-meliert kann ich gar nicht leiden!“

4 Und welche Farbe wählst DU?

Alles so bunt dies Jahr im Wahlkampf. Geht es denn nur noch um die richtige, korrekte Farbwahl? Schwarz oder Rot oder Grün oder Blau oder Rosa oder Gelb oder oder oder? Und wo bleiben Lila, Pink und Türkis?

Und nach dem Wahltag wird dann nur noch druchgemischt. Furchtbar, dann werden sie wieder alles miteinander verquirlen und verwurschteln. Jamaika, Ampel und so weiter. Und wenn die Aufmerksamkeit ganz erschöpft ist, gibt es womöglich am Ende so was wie Schwarz-Blau oder gar Rosa-Grün?!

Das bedeutet ganz viel durchwursteln und ganz viel heiße Luft! Hoffentlich ist wenigstens die Achtsamkeit mit an Bord!

5 Das rosa-grüne Wölkchen

Das war ein komischer Sommer 2017. Kaum Sonnenschein und immerzu Wolken am Himmel. Auch mit größter Aufmerksamkeit war wettermäßig kaum Sommerliches zu entdecken. Obwohl gerade jetzt sich die Sonne mal am Durchwursteln durch die Wolken war.

Das rosa-grüne Wölkchen löste sich aus dem Wolkenverband und flog ganz schnell davot, bevor irgendein Kind es mit zu großer Achtsamkeit entdecken – und ihm womöglich was antun würde. Das Weltbild des kleinen Menschen würde zusammenbrechen.

Wölkchen waren doch üblicherweise hellweiß, manchmal vielleicht hellgrau und noch selterner dunkelgrau oder gar schwarz – aber rosa-grün?!

Welche Gifte das kleine Wölkchen wohl ich sich aufgesogen hatte! Nix wie weg und sich anderswo weiter durchwurschteln – und sich am besten nachts ungesehen und heimlich über einer Chemiefarbik abregnen und auflösen, verschwinden.

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Knutschkugel, Verwandlung, Beichtstuhl

3 Wörter in maximal! 10! Sätzen!!!

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So wünscht es sich Christiane von „Irgendwas ist immer“.

Ich habe es mal versucht und gerade noch so zum Ende der Woche vollendet.

Seltsam nach rechts verbogen und doch voller Konzentration lief sie den sich fröhlich schlängelnden Weg entlang.

An einer Nussschale kam sie vorbei, sah die Titanic in weiter Ferne untergehen, winkte dem Schornsteinfeger zu und war immer noch voll konzentriert.

Doch die Verwandlung hatte bereits begonnen, denn ihr Körper sah jetzt ganz anders aus, weil er sich dem Seitenwind anpasste und sich darum nun extrem nach links verbogen hatte.

So verwandelt konnte sie jetzt ganz andere Phänomene beobachten und fühlte sich dabei supergut, ganz hervorragend, auch wenn sei die hellblaue Knutschkugel, die sie am Straßenrand entdeckte, sehr irritierte, verwirrte und durcheinander brachte.

Was sollte die denn da?

Sollte die nicht besser in Folie verpackt (am besten von Meister Christo höchstpersönlich) in einer optimal klimatisierten Oldtimer-Garage stehen?

Oder wenigstens in einem Carport?

Die Verwandlung war weitergegangen, ja jetzt völlig abgeschlossen und vollendet, und hatte ihren Körper zurechtgebogen und gestreckt, so dass sie die kunterbunte Schrift oben auf dem Dach der Knutschkugel bestens lesen konnte:

„Treten Sie ein!

Ich bin ein urgemütlicher, kuscheliger, zärtlicher alter Beichtstuhl und biete viel Raum für alle Sorgen und Nöte!“

Blogparade „Mein Körper und ich“ – Über Grenzen, Schmerzen, Traurigkeiten und so weiter

„Mein Koerper und ich“ – Ueber Grenzen, Schmerzen, Traurigkeiten und so weiter

Madame Flamusse (https://reingelesen.wordpress.com/2017/08/05/schmerz-und-leben-und-humor-blogparade-beitrag-5/) hat eingeladen zur Blogparade „Mein Körper und ich“. Mein Beitrag sollte der erste sein, so hatten wir es verabredet … doch mein fast 60jähriger Körper war mal wieder an einer Grenze, müde, erschöpft, voller Schmerzen: einfach „krank“. Auszeit, Ruhe, Erholung, Kraft schöpfen waren dran. Nun lässt mich mein Körper wieder weiter tun, schaffen schöpfen, hervorbringen – ich freue mich.

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Mein Körper und ich
Zur Welt gekommen 1957
Nahrungszufuhr streng beGRENZt
Nach Stundenplan:
Nur alle 4 Stunden
Werden wir gestillt
Körper wächst nur sehr langsam –
und ich?

Mein Körper und ich
Kommen zur Schule Ostern 1964
6 Wochen krank im Herbst
Scharlach, Isolierstation,
Streptokokken, Operation
Alle lernen schreiben in der Klasse
Meine Schrift wird erst in der 4. Klasse schön

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Mein Körper und ich
Treiben Sport
Haltungsgymnastik wegen Skoliose
Schwimmen, auch im Verein
Jiu Jitsu – Selbstverteidigung,
Damit wir uns wehren können
gegen die beiden Brüder
Korbball im Team – bis zur Vize-Landesmeisterin
Bis die Knie streiken
SCHMERZEN

Mein Körper und ich
Hören früh auf zu wachsen
Frühe TRAURIGKEITEN und Verzweiflung
Warum müssen wir so kurz bleiben?
Schlechte Gene, sagte der Doktor,
Das ist Vererbung
Da kann man nichts machen
Nur akzeptieren

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Mein Körper und ich
Erleben die Pubertät
Eine schwierige Zeit
Wir finden uns so hässlich
Sind sehr ängstlich, zurückhaltend
Trauen uns kaum was
Wagen nur wenig
Denken furchtbar viel nach
Machen uns so viele Gedanken
Das bleibt – bis heute – 2017

Mein Körper und ich
Werden erwachsen,
Hüftbeschwerden beginnen
Immer wieder SCHMERZEN
Diagnose dann mit 31:
Schwere Hüftdysplasie
Später mal OP und künstliche Gelenke

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Mein Körper und ich
Fanden auch Partner
Der erste verließ uns
So TRAURIG im Abschied
Abgrundtiefer SCHMERZ
Der zweite blieb bei uns
Schenkte uns viel, so viel – Liebe
Blieb auch in schweren Zeiten da
Voll Dankbarkeit und Freude sind wir
Das ist Glück, Geschenk
Und gar nicht selbstverständlich

Mein Körper und ich
Bekommen zwei wunderbare Kinder
Geschenke
Die machen uns stark
Und wir geben (fast) alles
und erleben so viel bedingungslose Liebe
Müdigkeit der Preis
Ein Immerzu-schlafen-mögen
Und auch: bald werden sie groß sein,
Erwachsen, fortgehen …
Schön und TRAURIG zugleich

Mein Körper und ich
Werden älter
Nutzen ab
Und haben doch noch so viel vor
So viele gute Ideen …
Möchten so viel
Gehen oft über unsere GRENZEN
Viel mehr als wir (noch) können
TRAURIGE Zeiten

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Mein Körper und ich
Erleben Mobbing, SCHMERZEN
Krankheit, Operationen
Organverluste
Burnout, Depression
TodTRAURIG
Schlimmer geht es kaum
Nichts geht mehr
Absolut an der GRENZE

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Mein Körper und ich
Finden sich wieder
Fangen sich
Beginnen sich zu akzeptieren
Die GRENZEN zu ertragen
Die SCHMERZEN auszuhalten
Trotz allem das Leben zu genießen

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Mein Körper und ich
Lernen noch mal ganz viel Neues
Lachen, Humor, Clownerie
Stolpern, Fallen, Stehen wieder auf
Machen weiter
Lernen dem Schweren,
Der TRAUER zu begegnen,
JA, sie leicht/er zu machen, denn:
JA: irgendwas ist immer!

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Mein Körper und ich
Sind weiter unterwegs
Bringen vieles hervor
Sind kreativ und produktiv
Und immer wieder auch die GRENZEN:
Ganz müde und matt –
Einfach erschöpft

Mein Körper und ich
Können sehr viel Empathie
Sind gerne Menschen nahe
Sehen sie an, hören ihnen zu,
Bereiten Freude, schenken gern
Helfen, unterstützen …
Und sind doch immer selbst noch dabei
Zu lernen, achtsam zu sein
Mit sich selbst, mit einander.

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Mein Körper und ich
Werden nun bald 60
Ein Fest wollen wir feiern
Let’s have a party
Auch wenn immer wieder
Müdigkeit uns packt,
SCHMERZEN uns plagen
TRAURIGKEIT da ist
Wir stolpern weiter durchs Leben!
Und gemeinsam mit dem Partner
werden sogar schon 120!
Und tanzen und tanzen und tanzen …
Bis zur GRENZE!

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Clowns (3) Innere Clowns und Clowninnen

… so viel Neues gelesen und gelernt … Clowninnen in Brasilien, Israel, USA, weltweit … und wir sind noch gar nicht so lange in dieser patriarchalischen Welt unterwegs …

Ulla Ebner

SENDUNG: Radiokolleg „Clowngeschichten. Vom Hofnarren zur rebellischen Clown Army“ (3), Mittwoch, 13. Juli 2011, 9:30 Uhr und 22:40 Uhr (WH), Ö1

Wer Clown werden will, der muss sich zunächst einmal auf die Suche nach seinem inneren Clown machen. Denn laut Clown-Theorie trägt den jeder Mensch in sich – manchmal eben ein wenig tiefer versteckt. Der innere Clown ist jener Teil der Persönlichkeit, der mit kindlich naiver Freude Dinge erkundet und Dinge tut, ohne die geringste Sorge, sich damit lächerlich zu machen. Im Zuge des Erwachsenwerdens geht diese Unbeschwertheit meist verloren. Clown-Trainerin Eva Müllner und Clown Galli haben ihre eigenen Methoden, aus Menschen ihre jeweilige Clown-Persönlichkeit herauszukitzeln.

Clown-Workshop für politische AktivistInnen

Anfang Juni hatten das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC, die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die entwicklungspolitische NGO Südwind in das niederösterreichische Eggenburg geladen: Zur Aktionsakademie für politische Aktivisten und solche, die es noch werden wollen. Am Programm standen drei Tage lang Workshops…

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Wesentlich werden. Was wäre wenn …

Petra fragt in ihrem blog „wesentlich werden“: „Was wäre wenn …?“ Also:

Was wäre, wenn eine Fee käme und ICH 5 Wünsche frei hätte fürs „wesentlich werden“?
1. Da-Sein: ich bin „da“
2. So-Sein wie ich bin: ich kann/mag/darf/will so sein, ja bin einfach so, wie ich bin
3. Im „Ja“-sein: ich sage „Ja“ zu mir und allem Lebendigen
4. In-Harmonie-sein: ich erlebe mein Denken, Fühlen, Wahrnehmen, Sprechen etc. als „stimmig“
5. Voll-Humor-Sein: ich kann Trauriges und Schmerzliches aushalten … und verwandeln … bis hin zum Lachen

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wesentlich werden …

Wesentlich werden

Gitte Härters Newsletter ist eben bei mir im Postfach gelandet. Ihr Artikel „Was wäre wenn“ hat mich gleich angesprochen ein Brainstorming zu machen. Dies ist mir zu meinem Blogthema „wesentlich werden“ eingefallen:

Was wäre, wenn

  • man nicht mehr „wesentlich werden“ sagen würde, also dazu anders sagt? Wie hieße es dann?
  • es doch schwieriger ist als gedacht?
  • es leichter ginge als jemals angekündigt oder geschrieben?
  • schon alles dazu geschrieben wäre?
  • du es schon könntest und woran merkt man es dann?
  • jedem klar wäre, was damit gemeint ist?
  • man „wesentlich werden“ nur mit dem Blick aufs Lebensende betrachtet? Was wäre dann anders?
  • ich mal wieder in Coveys Buch „Der Weg zum Wesentlichen“ reinschauen würde?
  • man sich wirklich nie mehr verzetteln würde, also immer wesentlich bliebe?
  • man dem „wesentlich werden“ einen Kick gäbe … (und sich nur noch verzetteln würde).
  • „wesentlich werden“ etwas sehr Kreatives wäre?
  • plötzlich alle Menschen wesentlich wären?…

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Wenn der Tod am Anfang steht. Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind

Danke für den Hinweis. Ich habe in meiner Arbeit als Krankenhausseelsorgerin immer wieder damit zu tun, sei es als Begleitung, sei es bei der Sternenkinderbestattung oder auch der Beisetzung einzelner Stillgeburten.
Zunehmend habe ich es mit Müttern/Eltern zu tun, die NICHT deutschsprachig sind. Wir bräuchten also gute Übersetzungen solcher Broschüren – Englisch, Russisch, Arabisch, Polnisch, Serbisch, Türkisch …

Wer hat gute Ideen, wie das hinzubekommen wäre?

NAMENSgedächtnis

DBK_5174Von der Deutschen Bischofskonferenz ist im Mai die dritte, überarbeitete Auflage der Arbeitshilfe „Wenn der Tod am Anfang steht. Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind – Hinweise zur Begleitung, Seelsorge und Beratung“ veröffentlicht worden. Eingangs heißt es dazu:

„Eltern beizustehen, deren Kind vor, während oder unmittelbar nach der Geburt gestorben ist, ist eine sehr schwere Aufgabe in einer furchtbaren Situation. Vor einem solchen Schicksalsschlag, der für die Betroffenen an Härte kaum zu überbieten ist, stehen Angehörige, Freunde, Helferinnen und Helfer oft in großer Ratlosigkeit und sich daraus ergebender Sprachlosigkeit. Aber gerade in dieser Situation muss die Seelsorge begleitend und tröstend anwesend und ansprechbar sein.“

Die Arbeitshilfe ist mit ihren Gebeten und liturgischen Formularen auch für eine evangelische Seelsorge angebracht. Sie kann hier als pdf heruntergeladen werden.

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summertime, and the leavin‘ is easy

Mein „Sport“ heute waren 2 Gottesdienste – also viel rumstehen – und dann noch durch ein ganzes Krankenhaus spazieren, um zum morgigen Gottesdienst einzuladen 😉 und das mit fast 60 und übler Hüftdysplasie und mittelgradiger Arthrose in den Hüften … fühl mich grade sehr alt und spüre es auch deutlich… schmerzhaft. Nach der Clownerie in einem Seniorinnenkreis am Mittwoch nachmittag war es deutlich besser – trotz „Seiltanzerei“ und anderen sportlichen Übungen 😉 Leben mit handicaps – wunderbar! :)) danke, Gisela

humorladen

20170526_175644 (Individuell) Schaufenster einer Berliner Apotheke, entdeckt beim Kirchentag und direkt nach einer Veranstaltung zum Älterwerden.

Summertime und überall wird gesportelt. Menschen schwingen sich in hautengen Klamotten aufs Rad und sausen an einem vorbei. Gejoggt werden kann jetzt bis spät in den Abend. Die Freibäder machen früh auf,  das Boot wird aufs Wasser gelassen oder man steigt auf breite Surfbretter und paddelt stehend über den See und es ist fast so, als wäre man Jesus. Gehört zum easy leaving im Sommer die Freude am Sport, die Bewegung unter freiem Himmel, mit der Sonne auf der Haut und den Schweißperlen auf der Stirn? Ich weiß schon, vielen anderen ist es dafür viel zu heiß. Sie suchen schattige Plätzchen mit kühlen Getränken auf und genießen auch bewegungsarm die Sonne, die Luft, die Ausblicke.

Ich kam gerade von einer Kirchentagsveranstaltung in Berlin:  „Altern zwischen Selbstbestimmung und Angewiesensein“. Das Foto hätte als Kommentar und Bestätigung nicht…

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Positionen – Gabriele Haefs

So wunderbar logisch argumentiert – das muss ich mir nahe ran – also hierher auf meine blog-seite holen. Allerbest! Danke!

Herland

Kaiser Wilhelm und der Frust des Chamäleons

Von Gabriele Haefs

Gabriele Haefs_Miguel Ferraz Foto: ©Miguel Ferraz

Als Übersetzerin muss ich ja eigentlich ein Chamäleon sein und in die Sprache von anderen schlüpfen, und dabei ganz neutral bleiben, es heißt ja schließlich „das“ Chamäleon. Aber oft denke ich, es könnte „der“ Chamäleon heißen – so männlich geprägt ist die Sprache in gar zu vielen Übersetzungen. Ich glaube nicht einmal, dass es so gewollt ist, aber das Männliche gilt nun einmal als „normal“, und also wird männlich übersetzt und das soll dann „neutral“ sein. So ungefähr habe ich es immer wieder erlebt – und der Frust wird dann besonders groß, wenn ich es zur Sprache bringe und nur auf blöde Blicke stoße.

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Zu Pfingsten 2017 gepredigt.

Soo wird es für mich Pfingsten, tröstlich, geistlich, fröhlich, seligmachend … danke 🙂

zwischengerufen

Stiftskirche Windecken, Verabschiedung aus dem Gemeindepfarramt daselbst (Joh 14, 15-19. 23b-27)

Hier ist der Text.

Jesus sagt: Wenn Ihr mich liebt, zeigt es dadurch, dass Ihr tut, was ich Euch gesagt habe. Ich werde mit dem Vater sprechen, und er wird Euch einen anderen, der tröstet, geben, so dass Ihr nie ungetröstet sein werdet. Dieser Tröster ist der Geist der Wahrheit. Die gottlose Welt kann ihn nicht annehmen, weil sie keine Augen hat, ihn zu sehen; sie nicht weiß, wonach sie schauen soll. Ihr aber kennt ihn, weil er bei Euch geblieben ist und in Euch bleiben wird.

Ich werde Euch nicht als Waisen zurücklassen. Ich komme zu Euch. In Kürze wird die Welt mich nicht mehr sehen, Ihr aber wohl, weil ich lebe und Ihr auch leben sollt.

Wer mich liebt, wird mein Wort sorgfältig hüten und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und…

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Die Pfingstgesellschaft: müde

Danke für den Hinweis auf Byung-Chul Han und seine Idee von der jubelnden Pfingstgesellschaft. In meiner Kirche heute morgen, in der ich nach über 5 Jahren wieder einmal zu Gast war und eine 94jährige dorthin begleitete, war davon leider nichts zu spüren – ich sehne mich doch so danach. Wünsche Dir dass Du am Pfingstmontag mehr erlebst :)))))

humorladen

csm_gottesdienst_pfingsten_ffm11_qrita_deschner_1380_feat_8b42363b4dQuelle: Veranstaltungsseite der EKHN zum Pfingsfest auf dem Frankfurter Römer

Schaffens- und könnensmüde – so sind die Menschen unter den derzeitigen Bedingungen des Arbeitsmarktes, sagt der Philosoph Byung-Chul Han, der sich intensiv mit dem Menschenbild befasst, das neoliberaler Wirtschaft entspricht. [1]. Dass wir viel schaffen, arbeiten und erfolgreich bewältigen, und daher auch rechtschaffen müde sein dürfen, das ist eine Sache. Der Begriff der Könnensmüdigkeit erstaunt. Nach Han leben wir in einer Gesellschaft, die alles für möglich hält und den Einzelnen abverlangt, alles möglich zu machen. Das Arbeiten an sich ist dabei nicht das Problem, sondern das „Zuviel“, ein „Zuviel am Gleichen“, ein „Übermaß an Positivität“. Eben diese Positivität ist es, die den Menschen zu einem Leistungssubjekt, zu einem „animal laborans“ (23) macht, ohne dass dahinter ein offensichtlicher Zwang stecken müsste.

Es funktioniert auch ohne Gehorsam und strenge Disziplin.  Es ist nicht mehr die Disziplinargesellschaft mit ihren Verboten, mit…

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